Im 1.Teil der Yukata-Verschönerung habe beschrieben, wie das Motiv auf den Stempelgummi übertragen und ausgeschnitzt wird.
Mit den fertig geschnitzten Stempeln kann es nun ans Drucken gehen. Ich
habe erst mal ein, zwei Probedrucke mit einem normalen Stempelkissen
auf Papier gemacht, um zu sehen, ob alle Details richtig
herausgearbeitet sind.
Für den Druck bzw. die Stempelei auf Stoff habe ich mir verschiedene Textil-Farben, unter anderem auch im
Patchworkshop,
angesehen. Nach ein bisschen Recherche habe ich mich für Farben von
DEKA entschieden. DEKA Print 2000 gibt es für helle und für dunkle
Stoffe. Für den Druck auf dunklem Untergrund braucht die Farbe einen
höheren Pigmentanteil, damit sie deckt. Deshalb ist
DEKA Print deckend etwas teurer als das Normale.
Ich habe mir gedacht, dass der deckende Farbstoff auf jeden Fall vielseitiger ist und habe diesen gekauft.
DEKA wirbt damit, dass die Farbe später auf dem Stoff fast nicht zu
spüren ist. Das heißt, dass die bedruckten Stellen nicht hart werden.
Diesen Punkt finde ich sehr wichtig: Wenn der Stoff nicht mehr schön
fällt, finde ich das gerade für meinen Yukata sehr ungünstig.
Die Schwalben sollten sich in einem helleren Blauton von dem
gestreiften Untergrund abheben. Dafür habe ich das Blau mit viel
Deckweiß angemischt und auf einem Stoffrest ausprobiert.
Nun war die
Frage, wie bekomme ich den Stempel gleichmäßig mit Farbe eingestrichen,
ohne die Details zu zuschmieren. Ich hatte noch eine Gummiwalze im
Schrank liegen und dachte, diese könnte dafür gut funktionieren. Zum
Verteilen und Glattwalzen der Farbe macht sich als Untergrund eine
Glasplatte gut. Kleine Farbklümpchen können noch mit der Walze auf der
Platte vermischt werden.
Wieviel Farbe für einen schönen, kräftigen Abdruck auf dem Stempel sein muss, sollte man vorher auch nochmal ausprobieren.
Als
Unterlage habe ich einfach eine Zeitung unter den Stoff gelegt. Diese
saugt die Farbe, die eventuell durch den Stoff geht, auf und polstert
die Fläche gleichzeitig ein bisschen ab. Ich habe festgestellt, dass der
Abdruck schöner wird, wenn der Stoff auf einer weichen Unterlage liegt.
Mit der Zeit haben sich die beiden Stempel beim Drucken mit Farbe zu
gesetzt. Ich habe in zwei Durchgängen gedruckt und die Stempel
zwischendurch abgewaschen. Die DEKA-Farbe ist wasserlöslich und
wasserverdünnbar. Mit der Zeit wurde die Farbe auf der Glasplatte etwas
zu dick, weil zu trocken. Hier habe ich einfach etwas Wasser zugemischt.
Die Stempel sind nach den vielen Drucken, gerade an den Flügelspitzen,
etwas abgebröselt. Ich habe dann die Spitzen einfach nochmal etwas
zugeschnitten.
Für den Dauergebrauch eignet sich das Stempelmaterial
von Boesner, wie ich glaube, allerdings nicht, da auf Dauer einfach zu
viel Details kaputt gehen. Deshalb möchte ich auch noch die anderen
Stempelblöcke, die ich
in Teil 1 beschrieben habe, testen.
Hier seht ihr was beim Drucken heraus gekommen ist:
Ich finde, dass die Schwälbchen dem Yukata ungemein gut getan haben.
Aus einem einfachen, gestreiften Muster ist jetzt etwas Besonderes
geworden.
Nächstes Mal gibt's dann noch ein Yukata Kitsuke mit Schwälbchen zu sehen.
